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Was ist ein komplexes Trauma?

Ein Trauma kann als ein Zustand extremer Erregung beschrieben werden, in dem die üblichen Bewältigungsstrategien einer Person als Reaktion auf eine wahrgenommene oder tatsächliche Gefahr nicht zur Verfügung stehen. Zu den Arten von Trauma gehören Bindungsstörungen, Entwicklungstrauma, einmaliges Trauma, komplexes Trauma, kollektives Trauma und Trauma der Familiengeschichte.



Einzelne Traumaereignisse, die zu einer Posttraumatiaschen Belastungsstörung (PTSB) führen können, stehen im Gegensatz zu komplexen Traumata.

Ein einmaliges Trauma ist durch einen Anfang, eine Mitte und ein Ende gekennzeichnet. Im Gegensatz dazu ist ein komplexes Trauma wiederholend, kumulativ und hat in der Regel kein Ende, was langfristige Folgen für die Person, die Familie und die Gesellschaft hat. Komplexe Traumata werden durch kontinuierliche Stressfaktoren verursacht, die in zwischenmenschlichen Bereichen durch anhaltenden Missbrauch oder Vernachlässigung entstehen. Dazu können familiäre Beziehungen, Gewalt in der Gesellschaft, Krieg oder Völkermord gehören. Während ein einmaliges Trauma zu einer PTBS führen kann, leiden Menschen, die ein komplexes Trauma erleben, mit größerer Wahrscheinlichkeit daran, und die Auswirkungen sind weitreichender und beeinträchtigender.


Was ist ein komplexes Trauma?

Ein komplexes Trauma, insbesondere wenn es in der Kindheit erlebt wurde, hat andere Folgen als eine einmalige PTBS; Betroffene mit einem komplexen Trauma haben oft Entwicklungs- oder Bindungsdefizite, die eine intensivere Behandlung erfordern als bei einer reinen PTBS. Menschen mit einem einmaligen traumatischen Geschehen hatten vor diesem Ereignis oft ein Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens. Patienten mit komplexem Trauma müssen oft lernen, sich selbst zu regulieren, da ihnen diese Fähigkeit in ihrem frühen Leben möglicherweise gefehlt hat, was eine besondere Herausforderung bei der Suche nach einem traumainformierten Therapeuten darstellt. Am 18. Juni 2018 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die ICD-11, die eine Diagnose der komplexen PTSB (CPTSB) enthält und deckt somit eine diagnostische Lücke ab, die leider jahrzehntelang bestand.


Was ist ein kollektives Trauma?

Das kollektive Trauma ist eine psychologische Reaktion auf ein traumatisches Ereignis, das eine Gesellschaft erlebt hat. Es handelt sich dabei nicht nur um die Erinnerung an ein tragisches Ereignis, sondern vielmehr um eine Rekonstruktion des Traumas, die im kollektiven Gedächtnis der Gruppe fortbesteht, auch für diejenigen, die nicht direkt betroffen waren. Diese fortlaufende Wiedergabe der Katastrophe dient dazu, ihr einen Sinn zu geben und erinnert an ihre Auswirkungen auf die Gemeinschaft.


Der Einfluss von Bindung auf komplexes Trauma

Wir kommen mit der Veranlagung auf die Welt, Bindungen einzugehen. Unser erster Atemzug ist der Beginn einer lebenslangen Reise, auf der wir ein Gefühl der Sicherheit in unserem Körper, in unserer Umgebung und in unseren Beziehungen zu anderen entwickeln. Stephen Porges zufolge sehnen wir uns nicht nur nach Sicherheit, sondern nach Sicherheit in der Nähe eines anderen Menschen. Co-Regulation ist eine Überlebensnotwendigkeit, denn wir werden mit dem Bedürfnis geboren, von einem anderen Menschen umsorgt zu werden, und dieses Bedürfnis bleibt uns unser ganzes Leben lang erhalten. Dieser Grundsatz wurde von dem Evolutionsbiologen Theodosius Dobzhansky formuliert, der schrieb: "Der Stärkste kann auch der Sanfteste sein, denn das Überleben erfordert oft gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit."


Die in der Kindheit gebildete Bindungsstruktur setzt sich bis ins Erwachsenenalter fort. Wenn eine starke Bindung zwischen einer Betreuungsperson und einem Säugling aufgebaut wird, kann das Kind lernen, Stressreaktionen zu regulieren. Diese sichere Beziehung ermöglicht es dem Kind, verbale und nonverbale Kommunikation zu erlernen und gleichzeitig positive Erwartungen an andere zu haben. Infolgedessen entwickelt das Kind ein gesundes soziales Bindungssystem, das ihm hilft zu erkennen, wann es in seiner Umgebung sicher ist. Leider fällt es denjenigen, die ein Trauma erlebt haben, oft schwer, Sicherheit zu erkennen, da ihr soziales Bindungssystem beeinträchtigt ist. Diese Unfähigkeit, Sicherheit zu erkennen, führt dazu, dass die Abwehrsysteme einer Person ohne angemessene Kontrolle ausgelöst werden, was zu Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktionen führt. Diese Reaktionen können tiefe Scham und Hoffnungslosigkeit hervorrufen und die Bewältigung des Alltags erschweren.

Daher ist die Rolle der Bindung bei der Bewältigung komplexer Traumata von entscheidender Bedeutung, da Therapeuten die notwendige Unterstützung und Sicherheit bereitstellen können, um eine funktionierende Neurozeption zu kultivieren und Abwehrmechanismen zu bremsen.


Was ist Neurozeption?

Neuozeption ist ein Begriff, der von Stephen Porges, Professor für Psychiatrie an der Universität von North Carolina und Experte für Entwicklungsneurobiologie, geprägt wurde. Er bezieht sich auf die Fähigkeit des Nervensystems, Signale aus der inneren und äußeren Umgebung des Körpers zu überwachen, zu interpretieren und darauf zu reagieren. Dieses Konzept steht in engem Zusammenhang mit dem autonomen Nervensystem, der Homöostase und hat Auswirkungen auf das Verständnis, wie der Mensch auf seine Umwelt reagiert und sich ihr anpasst.

Es wird angenommen, dass die Neuozeption auch für die Entwicklung der Emotionsregulation und des Sozialverhaltens wichtig ist. Sie ermöglicht es dem Körper, subtile Veränderungen in der Umwelt zu erkennen und darauf zu reagieren, z.B. Veränderungen der Mimik, der Körpersprache und des Tonfalls. Diese Fähigkeit ist wesentlich für die Entwicklung von Empathie und das Verständnis für die Gefühlslage anderer.


Trauma beeinflusst unser Gehirn, unseren Körper und unseren Geist

Wir können ein Trauma als eine Erfahrung verstehen, die tiefgreifende Auswirkungen auf das Gehirn, den Körper und den Geist hat. Traumatische Ereignisse können zu Veränderungen in unserem Denken, Fühlen und Verhalten führen. Als Reaktion auf ein Trauma entwickeln wir oft Anpassungsmuster, um mit unseren Emotionen fertig zu werden und sie zu "regulieren", besser gesagt, kompensieren. Diese Verhaltensweisen sind zwar völlig normal, können aber Traumasymptome hervorrufen, die schwer zu bewältigen sind. Es ist wichtig zu erkennen, dass diejenigen, die ein Trauma erlebt haben, nicht schwach sind oder die Schuld für ihre Reaktionen tragen. Der Versuch, sich ohne angemessene Unterstützung und Verständnis durchzuschlagen, kann zu großer Scham und Frustration führen. Wir wissen, dass ein starker Wille und Entschlossenheit allein nicht ausreichen, um ein Trauma zu heilen. Wie Dr. Peter Levine es ausdrückt: Traumatisierte Menschen können nicht einfach "weitermachen" - die altehrwürdige Redensart "Die Zeit heilt alle Wunden" trifft auf ein Trauma einfach nicht zu. Die Genesung von einem Trauma erfordert mehr als nur Willenskraft. Resilienz und innere Stärke sind zwar Qualitäten, die wir kultivieren können, aber eine Person, der diese Ressourcen in ihrer Kindheit nicht vorgelebt wurden, hat nicht die Kapazität oder Fähigkeit zur Selbstregulierung entwickelt.


Trauma und die Stressreaktion

Menschen mit komplexen Traumata haben oft ein (hyper)aktives sympathisches Nervensystem, einen Teil des unwillkürlichen autonomen Nervensystems (ANS), das auf potenziell gefährliche oder bedrohliche Situationen reagiert. Die Amygdala, der Angstdetektor des Gehirns, sendet Signale an den Hypothalamus und dieser aktiviert das autonome Nervensystem (ANS), das aus dem sympathischen und dem parasympathischen Nervensystem besteht. Das sympathische Nervensystem löst die Kampf-oder-Flucht-Reaktion aus, während ein Teil des parasympathische Nervensystem (dorsale Nervus Vagus) die Erstarrungsreaktion einleitet. Je nachdem, welches System die Oberhand gewinnt, kommt es entweder zu Kampf, Flucht oder Erstarrung. Es kann schwierig sein, diese automatischen Verhaltensweisen zu ändern, da das Gehirn dazu neigt, sich an negative Erinnerungen zu klammern, besonders wenn man etwas Neues ausprobiert; das Gehirn erinnert sich an die Wege, die wir gelernt haben, um zu überleben, auch wenn es heute bessere Strategien gibt. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir neben neuen Fähigkeiten und Unterstützung auch viele Wiederholungen positiver Erfahrungen brauchen, um zu lernen, wie wir anders reagieren können. Komplexe Traumata sind wie ein Feueralarm, der nie aufhört zu läuten; der Hippocampus greift auf vergangene Erinnerungen zurück, um dem, was wir heute erleben, einen Sinn zu geben. Trigger können dazu führen, dass wir in eine "Traumazeit" eintreten, in der unser Körper und unser Geist die Vergangenheit so wahrnehmen, als ob sie sich in der Gegenwart ereignen würde.


Flipping the Lid

Als Dr. Daniel Siegel den Ausdruck "flipping the lid" - "die Klappe aufreißen" - prägte, bezog er sich darauf, wie das Gehirn traumatische Ereignisse und Erfahrungen verarbeitet. Das Handmodell ist ein nützliches visuelles Hilfsmittel, das Ihnen hilft zu verstehen, was in Ihrem Gehirn und Ihrem Körper vor sich geht. Stellen Sie sich vor, Ihr Stammhirn, dargestellt durch Ihr Handgelenk, steuert grundlegende Funktionen wie Atmung und Herzschlag. Die Amygdala, dargestellt durch Ihren Daumen, ist das Zentrum des Gehirns, das für das Erkennen von Gefahren und das Senden von Gefahrensignalen zuständig ist. Der präfrontale Kortex, der durch Ihre Finger dargestellt wird, hilft Ihnen, Ihre Emotionen zu kontrollieren/regulieren und Entscheidungen zu treffen. Wenn Ihre Amygdala alarmiert wird und eine Kampf- oder Fluchtreaktion auslöst, wird Ihr präfrontaler Kortex geöffnet, was zu einer intensiven emotionalen Reaktion führt, bei der Vernunft und logisches Denken keine Rolle spielen - bzw. gar nicht mehr möglich ist. Dies wird als "flipping the lid" bezeichnet. Um die Intensität dieser Reaktionen zu verringern und Ihr Toleranzfenster zu erweitern, ist es wichtig, die Anzeichen dafür zu erkennen, dass Sie sich außerhalb Ihres Toleranzfensters befinden, und Beruhigungstechniken anzuwenden, die Ihnen helfen, innerhalb dieses Fensters zu bleiben.


Wie arbeiten Sie mit Ihrem Toleranzfenster?

Viele Patienten mit Trauma haben Probleme mit der Selbstregulierung, was die Bewältigung des Erregungsniveaus beim Umgang mit Traumasymptomen, Emotionen und Verhaltensweisen erschwert. Um Stressoren und Auslöser (Trigger) effektiv zu bewältigen, muss man innerhalb seines Toleranzfensters bleiben, obwohl Trauma dieses Fenster einschränken kann, was oft zu Hyper- oder Hypoarousal führt. Trigger können zu schweren Dysregulationen auf körperlicher und geistiger Ebene führen. Die Unfähigkeit, körperliche Zustände zu interpretieren, kann neben belastenden Emotionen und Gedanken auch zu körperlichem Unbehagen und Sorgen führen. Wenn Dysregulation auftritt, können wir in alternative Zustände geraten.

Hyperarousal ist durch Aufregung gekennzeichnet und ist eine Reaktion auf extreme Angst. Im Gegensatz dazu äußert sich Hypoarousal im Allgemeinen als ein eher passiver, flacher oder gefühlloser Affekt, bei dem sich die Person zurückzieht und abkapselt. Die Rolle Ihres Therapeuten besteht darin, Ihnen dabei zu helfen, im Hier und Jetzt zu bleiben und achtsam Elemente ihrer inneren Erfahrung wahrzunehmen, die die Regulierung unterstützen, während Sie Ihre Regulierungskapazitäten angesichts starker Emotionen oder Dysregulationen erweitern. Das Ziel ist es, Sicherheit zu erkennen, während Sie ein gewisses Maß an dysregulierten Affekten erleben. Die Therapie sollte innerhalb des "Toleranzfensters" bleiben, in dem eine Person die Empfindungen, die sie erlebt, tolerieren kann, ohne in den Hyper- oder Hypoarousalzustand des Fensters zu geraten. Nach und nach arbeiten Sie daran, Ihr Toleranzfenster zu erweitern, während Sie die Fähigkeiten und Ressourcen erlernen, um mit der Selbstregulierung zu beginnen.


Komplexes Trauma und Dissoziation

Viele Menschen, die ein komplexes Trauma erlebt haben, leiden auch unter Dissoziation, einer teilweisen oder vollständigen Unterbrechung der normalen Integration der psychologischen Funktionen einer Person. Dissoziation ist die Art und Weise, wie das Gehirn uns dabei unterstützt, nicht zu wissen, was vor sich geht, und wird gemeinhin als ein Gefühl des "Außerhalb-des-Körpers-Seins" und des "Vergessens" beschrieben. Damit schützen wir uns vor der Angst vor zwischenmenschlichen Kontakten und Traumata. Leichte Dissoziation kann normal sein. Eine anhaltende Dissoziation kann jedoch die Gesundheit und das Wohlbefinden beeinträchtigen. Menschen mit einer CPTSB haben oft schwere dissoziative Symptome und können Schwierigkeiten haben, präsent zu bleiben und eine Therapie zur Unterstützung zu suchen.


Komplexe Trauma-Therapie

Bei der Behandlung komplexer Traumata muss der Schwerpunkt auf der Beziehungsebene liegen, unabhängig von der angewandten Methode. Ein Trauma stört verschiedene Aspekte einer Person, einschließlich des Körpers und des Gehirns, so dass Therapeuten daran arbeiten müssen, diese Verbindungen zu fördern und Emotionen, Empfindungen, Bewusstsein und Gedanken wieder miteinander zu verbinden. Dies erfordert einen "Bottom-up"- und "Top-down"-Ansatz, bei dem mit dem Körper durch somatische Prozesse (Bottom-up) und mit den Gefühlen und Gedanken (Top-down) gearbeitet wird.


Wie lange dauert es, ein komplexes Trauma zu behandeln?

Es gibt keinen festen Zeitrahmen für die Behandlung komplexer Traumata, aber im Allgemeinen ist sie langfristig angelegt. Bei manchen dauert die Behandlung Jahre oder Jahrzehnte, bei anderen ist sie kürzer und erfolgt eher episodisch. Eine sinnvolle und wirksame Behandlung erfordert in der Regel mindestens 10 bis 20 Sitzungen, und selbst Verfahren, bei denen die Behandlung in 20 bis 30 Sitzungen abgeschlossen werden kann, müssen möglicherweise wiederholt werden.


Die fünf Prinzipien der traumainformierten Therapie zeigen auf, was die Person, die ein Trauma erlebt hat, zu diesem Zeitpunkt nicht hatte: Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit, Zusammenarbeit, Wahlmöglichkeit und Ermächtigung. Ein Therapeut wird sich bemühen, ein sicheres Umfeld zu schaffen, das einladend, verbindlich und respektvoll ist, klare und konsistente Informationen bereitzustellen und mit dem Patienten zusammenzuarbeiten, um seine Präferenzen angemessen zu berücksichtigen. Sie werden die Wahlmöglichkeiten und die Kontrolle des Patienten maximieren, verschiedene Optionen anbieten und dem Empowerment und der Weitergabe von Fähigkeiten Vorrang einräumen.


Für die Arbeit mit komplexen Traumata wird ein dreiphasiger Behandlungsansatz empfohlen.

Phase 1 der Traumatherapie konzentriert sich auf Sicherheit, Stabilisierung, Resourcing, Strategien zur Achtsamkeit und Selbstregulierung respektive die Toleranz von Emotionen fördern. In dieser Phase geht es darum, die Auswirkungen des Traumas zu verstehen, die Symptome zu erkennen und Sicherheit und Stabilität aufzubauen, indem Sie lernen, sich in Ihrem Körper sicher zu fühlen, ihn zu beruhigen, ein sicheres Lebensumfeld zu schaffen und stabile Beziehungen, Karrieren und Unterstützung aufzubauen. Ziel ist es, mehr Sicherheit und Stabilität zu schaffen, damit Sie sich an das Trauma erinnern können, ohne überwältigt und retraumatisiert zu werden. Selbstregulierung ist der Schlüssel, da sie vom Zugang zu inneren und äußeren Ressourcen abhängt und eine Voraussetzung für die Traumaverarbeitung ist. Die Ausübung von Praktiken, die körperliche Ruhe erzeugen, signalisiert dem limbischen Gehirn, dass wir auf physiologischer Ebene sicher sind.


Phase 2: Verarbeitung von traumatischen Erinnerungen. Komplexe Traumaverarbeitung ist eine Aufgabe der Phase 2 und sollte nie versucht werden, bevor nicht die Grundlagenarbeit der Phase 1 geleistet wurde. Bei der Traumabearbeitung liegt der Schwerpunkt auf den Auswirkungen, die das Trauma auf die Person hatte, und nicht auf den Einzelheiten des Traumas. Ziel ist es, die Angst vor diesen Erinnerungen zu überwinden, damit sie integriert werden können und die Person erkennen kann, wer sie durch das Trauma geworden ist. Die Neurowissenschaft unterstreicht die Bedeutung des impliziten Gedächtnisses, und es setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass der effektivste Weg zur Heilung darin besteht, traumatische Erinnerungen auf natürliche Weise an die Oberfläche kommen zu lassen, anstatt sich auf die Details zu konzentrieren (was destabilisierend und retraumatisierend sein kann). Um sich von einem Trauma zu erholen, muss das Erinnerungsvermögen einer Person nicht vollständig sein. Entscheidend sind die Auswirkungen des Geschehens.

Trauma anzuerkennen bedeutet, das Schweigen der Geheimhaltung zu brechen, die Not der Person zu bestätigen und auf schwieriges Material hinzuweisen, ohne "darüber" zu sprechen. Die Fokussierung auf traumatisches Material hingegen setzt voraus, dass die Person genügend Ressourcen entwickelt hat, bevor sie sich auf diese Phase der Traumaverarbeitung einlässt.


Phase 3: Integration und Sinngebung, Konsolidierung der Behandlungserfolge. Nachdem das Trauma aus der Vergangenheit verarbeitet wurde, können die Betroffenen ihre neue Identität aufbauen. In dieser Phase geht es um den Aufbau eines neuen Selbstbewusstseins. Gefühle von Scham und Isolation können abgebaut werden. Ängste vor dem alltäglichen Leben, vor gesundem Wachstum und vor Beziehungen können überwunden werden. Wenn in der Gegenwart ein geheiltes Selbst geschaffen wird, steht das Trauma nicht mehr im Mittelpunkt. Das Trauma kann als Teil der Person akzeptiert werden, was es ihr ermöglicht, ihr Leben nach dem Trauma fortzusetzen.



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